Aktuelles

Konzertante, filigrane u. besinnliche Adventsmusik

Schon bald ist Weihnachten, und was eignet da sich besser zur Einstimmung als ein Konzert mit stimmungsvoller Musik? Nicht wenige Gesangs- und Musikvereine waren über zwei Jahre lang aufgrund der Corona-Pandemie gedeckelt, doch allmählich geht es wieder los. Einer dieser Formationen ist das Akkordeon-Orchester Siegerland (AOS), das am 4. Advent (18.12.2022) ein Konzert unter seinem Dirigenten Philippe Mascot in der Ev. Kirche Hilchenbach viele Zuhörer mit wunderschönen klassischen, sakralen und auch bekannten Weihnachtsmelodien- sowie Kompositionen erfreute.

Doch nicht nur das: Mit von der Partie war eine hochkarätige Violine-Solistin, nämlich Barbara Wanner, die beim Philharmonischen Orchester Hagen tätig ist und deren Sohn Simon im Akkordeon-Orchester das Schlagzeug spielt. Ein guter Griff, denn auch der Ehemann von Barbara Wanner ist Musiker bei der südwestfälischen Philharmonie.
Wegen Krankheit einiger Spielerinnen /Spieler mussten zwei Stücke getauscht werden, und der erste Vortrag war die mit viel Feingefühl und sorgfältiger Registrierung vorgetragene Komposition „A New Beginning“. Das Werk besticht durch sein filigranes Klangbild und ließ eine innere Ruhe aufkommen. Etwas rhythmischer und flotter „Crossline“, danach präsentierte das AOS sehr plastisch „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ aus dem bekannten Märchen. Bei dem wohl bekannten Weihnachtslied „Leise rieselt der Schnee – auch wenn es draußen noch nicht so aussieht – durfte das Publikum mitsingen, und bei dem eher moderneren Stück „Jingle Bell Rock“ ging regelrecht die Post ab.

„Gabriellas Song“ entstammt dem schwedischen Kinofilm „Wie im Himmel“ und ist das Lied einer Dorfbewohnerin, die Zuflucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann sucht und sich von ihm freisingt. Sehr plastisch umgesetzt durch die Solistin Barbara Wanner auf ihrer Violine, wodurch regelrecht die Seele schwebte und sich gen Himmel schwang. Besinnlich und beschaulich danach „White Christams“, dass eine eingeschneite Landschaft beschreibt.

Ein populäres Weihnachtslied ist nach wie vor „O Tannenbaum“, ein Klassiker, in den das Publikum wieder kräftig mit einstimmen durfte. Erneut moderner die Melodie „Flying“. wonach es mit dem tremolierenden Satz von Franz Schubert „Ave-Maria“ – wieder untermalt von der Solistin Babara Wanner auf der Violine – zu einem musikalischen Höhepunkt kam. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Stimmzunge und Stimmsaite ergänzten sich vorzüglich!

Überhaupt war das Publikum durch sein gesangliches Mitwirken stark in dieses Konzert eingebunden, das nicht nur bei „Süßer die Glocken nie klingen“ fröhlich mit einstimmte, sondern nach dem Vortrag eines Gedichtes aus vollem Herzen last not least auch bei „O du fröhliche“.
Ein großartiges Adventskonzert voller Format, und ohne Zugaben kamen Orchester und Solistin nicht davon…

Autor: Hans-Gerhard Maiwald




Musikalischer "Doppelwumms"

Genau diese Überschrift traf am Sonntagnachmittag, dem 23. Oktober 2022, auf das Gemeinschaftskonzert des Akkordeon-Orchesters Siegerland (AOS) - unter der Leitung von Philippe Mascot – zusammen mit den „12 Räubern“ aus Hünsborn Dirigat: Elisabeth Alfes-Blömer zu. Austragungsort des großartigen Konzertes war die Ev. Kirche in Hilchenbach, was auch zu einer guten Akustik mit beitrug. Stimmzungen mit 11 Registern (Klangfarben) und Stimmbänder (Tenöre und Bass) ergänzten sich vorzüglich.

Den Auftakt machte das AOS mit dem zackig gespielten Marsch „Einzug der Gladiatoren“, von Julius Fucik aus dem Jahr 1899, der in den USA als Zirkusmarsch bekannt ist und dort erheblich flotter gespielt wird. Nicht Masse, sondern Klasse! Es ist erstaunlich, wie gut die 12 Spielerinnen und Spieler ihre Instrumente beherrschen; kannte doch der eine oder andere diese Formation als größeres Orchester – doch die Zeiten wandeln sich.
Bettina Gerdes als 1. Vorsitzende begrüßte nach dem ersten Stück neben dem Publikum den stellvertretenden Bürgermeister von Hilchenbach, Jan Oliver Thomas, sowie die Vertreter der Kirchengemeinde, die dem Chor und Orchester die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hatten.
Die weitere Moderation hatte die Spielerin Antje Klein inne. Anschließend ging es gleich weiter mit dem Walzer-Tango „Chiquillin de Bachin“. Die Komposition basiert auf einer wahren Geschichte, die der Komponist Astor Piazolla selbst erlebt hat. Er saß in einem Café mit Freunden, als ein kleiner Junge hereinkam, um dort Rosen zu verkaufen. In Melodie und Liedtext geht es um Armut, Trauer, Sehnsucht und Scham, was vom AOS in unterschiedlichen Rhythmen, Takten und plastischen Koloraturen vorzüglich umgesetzt wurde. In der 1. Stimme brillierte Kerstin Hoffert mit ihren flinken Fingern auf ihrem Akkordeon.

Eine arteigene Komposition für Akkordeonorchester ist „Crossline“. Was steckt dahinter? Den Anfang des Werkes bildet eine pompöse Einleitung, auf die ein straffender Rockbeat folgt. Es folgt ein schneller Rhythmusteil, der von einem ruhigen Adagio (getragen) abgelöst wird. Den Abschluss bildet das Anfangsthema mit Rockbeat. Gut gemacht! Kein Instrument gibt sich so ungezwungen wie das Akkordeon: Es gibt eine erste, zweite, dritte und vierte Stimme (Rhythmus), ergänzt durch Elektronium und Perkussion. Und wer kennt nicht „Winnetou“ – die bekannte Filmmelodie aus den 60er Jahren, wieder locker vorgetragen vom AOS. Übrigens eine Musik, die häufig bei Fernsehberichten über die Plitvicer Seen in Kroatien verwendet wird.
Eine arteigene Komposition ist der „Zaubertanz“ von Hans Günther Kölz. Eine, echte kurzweilige Nummer mit Elementen aus Iris Folk und Rock. Wiederum hatte hier Kerstin Hoffert auch als Stimmführerin die zaubernden und tanzenden Finger!

Auf diesen ersten „Wumms“ folgte quasi der zweite mit den Darbietungen des Quartettverein Hünsborn 12 Räuber. Eine gesanglich überaus qualifizierte Truppe, die zum Konzert mit 13 Sängern sozusagen einen mehr mitgebracht hatten; in den Reihen befinden sich mehrere hochkarätige Solisten. Bezeichnend ist, dass ihre Vorträge neben verbalen Sprecheinlangen und Zwischenrufen auch mit einem hohen Maß an Parodistik hinterlegt sind. Dies merkten man gleich beim ersten Vortrag „O Herr, welch ein Abend“, wobei Stefan Montabon ein Solo von Format hinlegte. Später folgte auf gleichem Niveau „Wade In The Water“, ein Satz, in dem diesmal Jochen Blömer (Ehegatte von Elisabeth Alfes-Blömer) als Solist brillierte. Nach „Die drei Zigeuner und weiteren tollen Darbietungen „!00 Mann“ mit Solist Sandro Schäfer. Locker und lustig danach „Rama Lama Ding Dong“, und als letzter Vortrag des Quartettvereins wurde „Das Sägewerk Bad Segeburg“ präsentiert, wobei einige Passagen – auch mit Sprecheinlagen und Parodistik – gehörig auf die Schippe genommen wurden. Das „Sagen“ hatte hierbei der Solist Wolfram Arns; entsprechend groß war der Beifall aus dem Publikum. Echt eine gute Nummer!

Der Abschluss des Konzertes lag nun wieder in den Händen des Akkordeon-Orchesters, das nunmehr freilich die Rosinen aus dem Kuchen pickte. Nachdem das AOS den Titel „Englishman in New York zum Vortrag gebracht hatte, stellte man die Frage, ob diesen Titel wohl jedermann kenne. Von Sting habe dieses Werk geschrieben, weil ihn der englische Autor, Exzentriker und Schauspieler Quentin Crips dazu inspiriert habe. Es folgte locker und gefällig „Welcome to Venice“ – ein Konzertstück im Stil von Rondo Veneziano.

Ein weiteres Highlight: Silence and I von Alan Parsons Project aus dem Jahre 1982.
Ein Musikstück, das aus dem Innersten eines jeden von uns kommen könnte und hervorragend von den Spielern umgesetzt wurde.

Das letzte Stück freilich war der absolute Hammer; für Akkordeon-Orchester waren damals die Noten vergriffen. Nämlich „ABBA Best Of, von derjenigen Formation, die derzeit wieder voll obendrauf ist. Mit einem neuen Album, das sie zwar selbst eingesungen haben, lassen sie bei Konzerten die Puppen tanzen: „Money, Money“, Mama Mia, „Fernando, „S.O.S“ und „Thank you for the Musik“ – und dies alles vom AOS real in Musik vorgetragen!

Tosender Applaus aus dem Publikum, da musste natürlich noch eine Zugabe her. Und dies war ein Stück, den das Konzert schon seit langer Zeit als „Rausschmeißer“ aufführt: Nämlich den „Florentiner Marsch“ von Julius Fucik, der mit seinen tollkühnen Achtelläufen und Triolen höchste Anforderungen an die Fingerfertigkeit der Spielerinnen und Spieler stellt. Klasse gemacht, und es gab noch ein Dankeschön an den Dirigenten und die Dirigentin!

Autor: Hans-Gerhard Maiwald

Musikalische Reise mit dem AO Siegerland

Alleine Akkordeon zu spielen, macht ja schon viel Spaß. Wenn sich dann aber mehrere Gleichgesinnte zusammentun, dann ist das noch einmal einen Ticken besser. Wenn man dann noch einen 2-fachen Europameister in und vor seinen Reihen hat, dann ist es nahezu perfekt.
So auch am Samstag den 14. Mai 2022. Da konnten gleich die Bewohner zweier Senioren-Residenzen (das Siegener Fliedner-Heim und das Haus St. Anna in Netphen) dessen überzeugen, mitsingen, mittanzen … und auch das Dirigat übernehmen. Ja, richtig gelesen. An diesem Tag spielte das Orchester in kleiner Besetzung ohne Dirigenten. Geplant war, dass jede Stimme mit einem Spieler besetzt ist. Wie gesagt, geplant. Tatsächlich war es allerdings so, dass eine Stimme aus akut gesundheitlichen Einschränkungen nicht spielfähig war, sodass der Dirigent und eben 2-facher Europameister, Philippe Mascot, kurzerhand entschloss, als Spieler einzuspringen. Alles hat super geklappt bei den fast einstündigen Darbietungen, einer bunten Reise aus bekannten und beliebten Melodien, ganz nach dem Geschmack des dankbaren Publikums. Über die Schottischen Highlands ging es nach Böhmen, dann flogen die Finger mit dem Stück „Flying“ nur so über die Tasten. Ach ja, Miss Marple, war auch mit dabei auf dem kleinen Abstecher nach Venedig und den Tänzen spanischer Zigeuner. Und das alles bei Kaiserwetter, bei dem wirklich keiner Angst haben musste, dass ihm die „Raindrops“ auf den Kopf fallen.
Es war für alle wirklich ein tolles Erlebnis und ich glaube, ich kann für alle sprechen: „Jederzeit von Herzen gerne wieder!“

Akkordeonklänge auf Hohenroth

vom 26. Juni 2022
vom 26. Juni 2022




Frische Brise wehte in der Weißtalhalle

Konzert vom 24. April 2022 mit der Marinekammeradschaft Siegen und dem Akkordeon-Orchester Siegerland e.V.

„Hart am Wind“ - so der Titel des tollen Konzertes am Sonntagnachmittag in der gut besetzten Weißtalhalle in Kaan-Marienborn - ausgerichtet vom Seemannschor der Marinekameradschaft Siegerland e. V., der als Konzertpartner das Akkordeon-Orchester Siegerland zu Gast hatte. Das Dirigat über beide Formationen oblag Phillipe Mascot - zweifacher Europameister auf dem Akkordeon. In der Tat ein Dirigent, der es „drin und auch drauf“ hat - nicht nur „hart am Wind“ sondern auch harte, aber niveauvolle Power, was sich hören (und auch sehen) lassen konnte.

In der Tat war es das erste Konzert dieses Genres in der hiesigen Region, das vollständig ohne jede Corona-Auflagen stattfand - es wurden weder die Vorlage eines Impfpasses- oder App noch das Tragen einer Maske verlangt, eine Wohltat nach über zweijähriger behördlicher Sperre derartiger Konzerte. Einen gewissen Schatten warfen lediglich die schrecklichen Kriegsereignisse in der Ukraine. Und diese - so Peter Straub als 1. Vorsitzender der Marinekameradschaft - wolle man mit gesanglicher und musikalischer Botschaft nun doch ein wenig vergessen. Durch das Programm führte in kurzweiliger Moderation Wolfgang Decker aus Netphen.

„Volldampf voraus“ lautete der erste Vortrag des Seemannschores, und so war es auch. Sämtliche Vorträge des Chores wurden von Phillipe Mascot auf seinem Knopfgriff-Akkordeon begleitet - perfekt einfach, da saß jeder Ton, da stimmte jeder Einsatz, nicht zu vergessen die zahlreichen Koloraturen in manchmal zartem Tremolo-Schmelz, welche die gesamten Vorträge des Chores zu einem phantastischen Klangerlebnis machten.

Etwas sentimentaler vollzog sich der zweite Vortrag „Reise, Reise“ der den Abschied eines Jungen beschreibt, der unbedingt auf See gehen will. Und wer kennt nicht das Lied „Kleine Möve, flieg nach Helgoland, in dem diese der an Land gebliebenen Liebsten Grüße überbracht werden? Es folgte das Stück „Hoch im Norden“, worin die Liebe zur See besungen wird und bei dem das Publikum rhythmisch mit klatschte. Genauso bekannt: „Hein Mück aus Bremerhaven“ - ein leicht verrückter Bursche, der allen Mädels den Kopf verdreht, wieder gefolgt von dem Schlager und Gassenhauer „Ein Schiff wird kommen“, das der Liebsten den Einen bringt - „den sie so liebt wie keinen“. Krönender Abschluss dieses ersten Vortragsblocks: „Wellermann aus Siegen - eine Eigenkomposition mit dem „Singenden Postboten“ - neu aufgesetzt -, „Wir lieben Meer und Wind, weil wir aus Siegen sind“.

Bühne frei für das Akkordeon-Orchester Siegerland hieß es nun. Obwohl es zu den ältesten Orchestern dieses Genres in Südwestfalen zählt und schon lange besteht, gab es Zuhörer im Saal, die solch eine Formation noch nie gehört hatten. Ein prägnanter Klangkörper, der seit 2020 ebenfalls von Phillipe Mascot geleitet wird. Die Musiker/innen musizieren mindestens vierstimmig, ergänzt durch Elektronium und rhythmische Bassbegleitung; der Schlagzeuger und einige Akkordeonspieler waren leider erkrankt, wodurch das Orchester leider etwas gedeckelt war.
Der enormen Musikalität des Orchesters tat dies jedoch keinen Abbruch. Zu Beginn präsentierte das Orchester zackig und scharf punktiert das Marsch-Medley „Salut the Sousa. Sehr melodisch und eher geruhsam der 1. Satz der „Iris Suite“ in sehr filigraner Registrierung; der 2. Satz hingegen rhythmisch dynamisch und feurig. Musik einfach zum Träumen! Eindrucksvoll und plastisch im Klang mit musikalisch umgesetzter Einsamkeit „Englishman in New York“, ein Satz, der dem einst erfolgreichen Album entstammt - gefolgt von „ABBA Best Of - ein Erfolgstitel auf Landesebene im Deutschen Harmonikaverband.
Beim „Zaubertanz - der in der Tat verzauberte - brillierte Kerstin Hoffert als Solistin, und als stürmisch erklatschte Zugabe präsentierte das Akkordeon-Orchester noch den „Spanischen Zigenuertanz“.

Bericht und Fotos mit freundlicher Genehmigung von
Hans Gerhard Maiwald



Ein Konzert voll Format

Akkordeon-Orchester Siegerland e.V.
Akkordeon-Orchester Siegerland e.V. und der Seemannschor der Marinekameradschaft Siegerland bei ihrem gemeinsamen Konzert am 12.09.2021 in der ev. Kirche in Hilchenbach

Hilchenbach. War das ein tolles Klangerlebnis am vergangenen Sonntag in der gut besetzten ev. Kirche in Hilchenbach! Nach nahezu anderthalb Jahren durch Corona bedingter „Zwangspause“ gab das Akkordeon-Orchester Siegerland e.V. (AOS) ein gemeinsames Konzert (es galt die 3G-Regelung) mit dem Seemannschor der Marinekameradschaft Siegerland. Beide Formationen werden von Philippe Mascot geleitet, der im Falle des AOS, das in diesem Jahr übrigens 66 Jahre besteht, Anfang 2020 das Dirigat übernommen hatte. Philippe Mascot übrigens ist ehemaliger zweifacher Europameister auf dem Knopfgriff-Akkordeon.

Wem das aktuelle Repertoire eines Akkordeon-Orchesters noch nicht so bekannt ist, wird darüber erstaunt sein, dass ein derartiger Klangkörper schon lange die „gehobene Musikschiene“ befährt. Das Akkordeon ordnet man i. d. R. meistens der volkstümlichen Musikszene zu. Das ist vom Prinzip her zwar richtig, doch ein solches Instrument mit seiner meist fünfchörigen Registrierung kann weitaus mehr. Heutzutage ist das Akkordeon - gleich ob mit Piano- oder Knopfgrifftastatur - in jedem musikalischen Genre zu Hause - nicht nur in der klassischen, sondern auch Rock- und Popmusik.

Der zum Auftakt gespielte bekannte „Spanischer Zigeunertanz“, der noch von dem früheren Dirigenten und Mitbegründer des AOS, Karl-Heinz Haberkamm, arrangiert wurde, bildete einen rassigen Auftakt und war dabei eigentlich noch das leichteste Stück. Gleich danach - bei der Komposition „Horizon“, mit vielen diffizilen Parts, sah das schon anders aus. „The Blues Brothers“ ist eine US-amerikanische Kultfilm-Komödie, die als Medley wirkungsvoll vom AOS umgesetzt wurde. „Flying“ gefiel als lockerer Pop-Song, und „Highland Cathedral“, eine schottische Dudelsack-Melodie, ließ regelrechte Emotionen hochkochen. Überhaupt hat sich das AOS mit seiner verhältnismäßig kleinen Besetzung unter Philippe Mascot zu einem beachtlichen Klangkörper gemausert - es gab lebhaften Beifall aus dem Publikum.

Nach diesem ersten Part des AOS ging es mit dem Marinechor erst mal auf hohe See: „Schiff ahoi, setzt die Segel“, wobei das Publikum musikalisch mitreisen durfte sowie „Reise, Reise“. In „Es gibt nur Wasser“ wurde vokal deutlich, dass das beliebteste Getränk der Seefahrer der Rum ist. Das Lied „Lili Marleen“ (Solistin: Marianne Hoffmann) - damals gesungen von Lale Andersen - wurde u. a. 1941 zum Seelentröster jenseits aller Fronten, wobei Kriegsparteien - der Legende nach - die Waffen niederlegten. Sämtliche Vorträge des Seemannschores, in dem sich auch einige Sängerinnen befinden, wurden von Philippe Mascot auf dem Knopfgriff-Akkordeon begleitet, dass er mit seinen fliegenden Fingern meisterhaft beherrscht.

Mit „A New Beginning“, einer Weise mit etlichen einschmeichelnden Passagen, startete das AOS seinen zweiten Part. „Take on Me“ - ein oft im Internet angeklickter Titel - bedeutet so viel wie „Lass dich auf mich ein“ und wurde wieder super vom AOS entsprechend umgesetzt. Und sich mit dem AOS einlassen, ja - das kann man ganz bestimmt! „Nesson Dorma“ (Solistin: Kerstin Hoffert) aus der Oper „Turandot“ hingegen bedeutet „Niemand kann heute Nacht schlafen“, wobei die einzelnen Stimmen des Akkordeon-Orchesters voll zum Tragen kamen.

Danach nahm der Marinechor mit seiner zweiten Vortragskette so richtig Fahrt auf: Lebhaft „Blaue Jungs von der Waterkant“ sowie „Frei wie der Wind“ und eher sentimental „Junge, komm bald wieder“ (Solist: Rainer Hoffmann) - ein populäres Lied, das regelrecht auf die Tränendrüsen drückte. Zu einem Hochgenuss wurde dann das traditionelle Lied „What shall we do with the drunken Sailor“. in dem Manfred Nötzel und Rainer Hoffmann auf lustvolle Weise als Solisten brillierten.

Seinen dritten und quasi letzten Part bestritt nun wieder das AOS zunächst mit der Komposition „Oblivion“ (Solistin: Kerstin Hoffert), die dem gleichnamigen US-amerikanischen Science-Fiction Film aus dem Jahr 2013 entstammt und in Deutsch übersetzt „Vergessen“ bedeutet. Sehr gut umgesetzt! Locker und gefällig in beschwingtem Dreiviertel-Takt der Walzer aus „Maskerade“, und zum Abschluss seiner vielseitigen Vortragskette das Medley „Udo Jürgens in Concert“ - eine Hommage an den unvergessenen Sänger mit einer Auskopplung aus seinen beliebtesten Stücken wie „Aber bitte mit Sahne“ oder „Ich war noch niemals in New York“.

Zugaben allerdings konnten nicht gewährt werden, wegen der Corona-Bestimmungen war die Konzertzeit leider auf 90 Minuten beschränkt. So gruppierten sich sozusagen als „Rausschmeißer“ zum Ausklang Akkordeon-Orchester und Seemannschor gemeinsam im Kirchenschiff, um mit „Santiano“ (Solist: Reinhard Schulz) und „Wellerman“ ein Konzert voller Niveau zu beenden. Das Publikum bedankte sich mit langanhaltendem Applaus und Standing Ovation, den die Musizierenden in dieser Form zumindest in den letzten Jahren kaum erlebt hatten!

Bericht und Fotos mit freundlicher Genehmigung von
Hans Gerhard Maiwald

Akkordeon uncool? Von wegen…

Dass ein Akkordeon-Orchester mehr zu bieten hat als Dicke-Backen-Musik und Seemannslieder, wissen im Siegerland schon eine Menge begeisterter Zuhörer. Davon, dass Akkordeons alles andere als uncool sind, konnten sich die vielen Zuhörer im fast vollbesetzten Schlosspark am Sonntagnachmittag, den 27 Juni 2021 selbst überzeugen.

Erstmals nach über acht Monaten erzwungener Spielpause empfingen die Musiker bei strahlendem Sonnenschein das Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm. Nach nur drei Wochen intensiver Probenarbeit mit dem zweifachen Akkordeon-Europameister Philippe Mascot als Dirigenten eröffneten die Musiker mit dem ausdruckstarken Stück „A new Beginning“ von Hans Günther Kölz - ein wahrlich neuer Beginn nach den Distanzzwängen der Pandemie. Fortgesetzt wurde das Programm mit der Erkennungsmelodie aus „Miss Marple“. Mit dem „Böhmischen Traum“ konnten dann die Musiker eindrucksvoll zeigen, dass auch ältere Titel selbst beim jungen Publikum punkten können. Spätestens bei dem Walzer aus der „Maskerade“ war für alle klar, dass der Ton die Musik macht. Gute Musik mit exzellentem Vortrag gepaart, gefällt halt jedem. Das konnten die Zuschauer dann auch bei weiteren Stückchen wie „Flying“ „The Typewriter“ oder „Hallelujah“ hören und fühlen.

Ein wirkliches Highlight boten die Musiker mit ihrer Konzertmeisterin und Soloakkordeonistin Kerstin Hoffert bei dem Piazollaschen Tango „Oblivion“. Die schwermütigen Klänge zogen die Zuhörer derart in ihren Bann, aus dem sie sich nur langsam für den begeisterten Applaus lösen konnten.

Regelrechte Begeisterungsstürme lösten im Anschluss Stücke wie der Sirtaki „Zorba´s Dance“ aus. „Datt hat richtig Spaß gemacht“ hieß es nach der Darbietung aus dem Publikum.

Spaß gemacht hat auch das Medley der Gruppe „Santiano“, mit dem das Orchester das Programm beendete. „Nicht aber ohne eine Zugabe“, entschieden das Publikum und der durch Radio Siegen bekannte Moderator Tom Schirmer. Mit dem ultimativen Hit des Jahres, dem „Wellerman“ verabschiedete sich das Orchester.

Wer am Sonntag nicht dabei sein konnte oder unbedingt wieder dabei sein möchte, kann das gerne am 15. August im Haus des Gastes in Oberhundem (15 Uhr) oder zum diesjährigen Jahreskonzert unter Mitwirkung des Seemannchors der Marinekameradschaft Siegen in der Ev. Kirche Hilchenbach am 12. September (15:30 Uhr) tun.

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung der Stadt Siegen!

Das Akkordeon Orchester Siegerland auf Tour

Jeden Tag eine gute Tat. Getreu diesem alten Pfadfindermotto hat das Akkordeonorchester Siegerland am vergangenen Wochenende gleich zweimal aufgespielt. Einmal im Haus Abendfrieden in Hilchenbach-Helberhausen und einmal im Marienheim in Siegen-Weidenau.

Dabei gingen am Samstag etliche Stoßgebete gen Himmel, da Corona bedingt nur Open-Air-Konzerte stattfinden können. Doch just um 15.30 Uhr zeigte sich Petrus über dem Gelände des zur Dorea-Familie gehörenden Altenheims gnädig und ließ sogar ein paar Sonnenstrahlen auf den von Dr. Peter Neuhaus so bezeichneten „Konzertgarten“ niederstrahlen. So konnten die Bewohner des Hauses Abendfrieden- teils in Decken gehüllt-einen entspannten und schönen Nachmittag mit den 11 Musikern des Akkordeon Orchester Siegerland genießen. Sie ließen es sich nicht nehmen, im Rhythmus zu bekannten Melodien wie der Titelmelodie aus Miss Marple, dem Krimi-Puzzle und der allseits beliebten Polka Böhmischer Traum mitzuklatschen.

Kalte Hände kannten die Spieler des Orchesters nicht, deren Finger in gewohnter Qualität und einer Extraportion Spiellaune, z. B. bei dem Stück „The Typewriter“, über die Tasten huschten. Erinnerungen an die gute alte Zeit, in der man noch Briefe auf der Schreibmaschine verfasste, zauberten dem begeisterten Publikum ein Lächeln ins Gesicht.

Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass das Publikum – nach kräftig mitgeklatschter Zugabe, dem Radetzky-Marsch – die Musiker nur mit dem Versprechen, bald wiederzukommen, davonziehen ließ.

Die nächste gute Tat dann am Sonntag, Marienheim, Siegen-Weidenau, 15:30 Uhr. Mit bester Laune und Sonnenschein empfingen die Bewohner und Mitarbeiter das Orchester draußen auf dem pittoresque gestalteten Innenhof der Anlage. Auch hier gab es eine bunte Mischung verschiedenster Spielrichtungen. Ganz einfühlsam interpretierte das AOS eigens für das Akkordeon geschriebene Stücke, wie „A New Beginning“. Es wechselten sich moderne Stücke wie einer Akkordeonbearbeitung des Queen`schen Meisterwerks Bohemian Rhapsody mit den Zuhörern aus ihrer Sturm und Drangzeit bekannten Stücken wie dem Klassiker Sway ab. Wieder einmal zeigte sich, wie wichtig, gerade in dieser Zeit, der Zusammenhalt in der Gesellschaft doch ist, in der viel zu oft die Alten und Schwachen, vergessen werden. Daher verabschiedete sich das Orchester mit dem Versprechen und dem Titel „Wir halten zusammen“ von seinem Publikum.

Wenn hier noch nur die Zehenspitzen wippten, hielt es bei der Zugabe, auch hier dem Radetzky-Marsch, kaum noch einen ruhig auf seinem Platz, sodass einige Zuschauer kurzerhand den Marsch zu einer „Marschpolonaise“ veredelten.

Lautstarker Applaus

Das Akkordeonorchester Siegerland verzauberte das Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm im Siegener Schlossgarten.

Beeindruckendes Konzert mit dem Akkordeonorchester Siegerland
Von Rock- und Popmusik über volkstümliche Weisen bis Filmmusik reichte das facettenreiche Programm.

Da kam schnell Freude auf. Das Akkordeonorchester Siegerland unter der Leitung von Philippe Mascot brachte beim Konzert im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Sonntagnachmittag um 4“ im Siegener Schlossgarten mit einem vielfältigen Programm, bestehend aus Rock- und Popmusik, volkstümlichen Weisen sowie Filmmusik, frischen Wind in die Reihen und sorgte so für einen abwechslungsreichen Nachmittag.
Los ging es mit dem ruhig, sanften Stück „A New Beginning“, anschließend präsentierte das Orchester den Soundtrack zu der Krimiserie „Miss Marple“. Hier konnte man sich richtig gut vorstellen, wie die ältere Dame gerade in einem ihrer Kriminalfälle
ermittelt. Ein wahrer Ohrenschmaus war das Stück „Bohemian Rhapsody“ der englischen Rockband-Legende Queen. Dabei beeindruckte das Akkordeonorchester mit seiner souveränen Spielfreude.
Schwungvoll ging es weiter mit der Polka „Böhmischer Traum“, die so manchen Besucher zum Mitwippen veranlasste. Mit Leonard Cohens „Hallelujah“ berührten die Musiker/-innen das Publikum in besonderer Weise. Die zarten und lieblichen Klänge der Titelmusik des italienischen Films „Il Postino“ („Der Postmann“) verzauberten die Konzertgäste und mit dem „Krimi-Puzzle“, einem Medley
der bekannten Filmmusiken zu „Der Kommissar“, „Derrick“, „Miss Marple“, „Kriminaltango“ sowie „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“, wurde es so richtig spannend. Dafür heimsten die Instrumentalisten Jubelrufe vom Publikum ein. Das Mambostück „Sway“ von Dean Martin weckte Erinnerungen an schöne Tanzabende.
Ein ganz besonderes Erlebnis war schließlich die Aufführung von „The Typewriter“, bei dem Max Zeig als Solist seine Fähigkeiten an der Schreibmaschine unter Beweis stellte und dadurch für den einen oder anderen Lacher bei den Zuhörern sorgte. Tosender Beifall!
Zum Schluss brachte das Akkordeonorchester Siegerland mit dem „Radetzky- Marsch“ von Johann Strauss (Vater) noch einmal ausgelassene Stimmung aufs Gelände am Schlossgarten-Pavillon. Die Besucher verabschiedeten sich daraufhin mit lautstarkem Applaus.

Bericht mit freundlicher Genehmigung der Siegener Zeitung

Konzert in der Ev. Kirche Hilchenbach (01.03.2020)

Fantastisch und wunderschön

Neuer Dirigent und neuer Konzerttermin: Das Akkordeon-Orchester geht neue Wege.
hmw - „Das ist echt der Hammer“,„fantastisch“, „wunderschön“: Dies waren nur einige der vielen Äußerungen aus dem Publikum zum Jahreskonzert des Akkordeon-Orchesters Siegerland (AOS), erstmals unter der Leitung von Philippe Mascot, am Sonntag in der voll besetzten ev. Kirche Hilchenbach. Neu war auch der Konzerttermin zu Beginn des Frühjahrs (statt wie bisher am 1. Advent).
Der bisherige Dirigent, Wolfgang Hauptmann, hat zum Jahresende 2019 nach 18 Jahren sein Amt niedergelegt. Als Nachfolger konnte Philippe Mascot gewonnen werden. Doch nicht nur das AOS unter neuer Führung war an diesem Sonntag zu hören, sondern als Konzertpartner auch der erst vor einem Jahr gegründete Feuerwehrchor Hilchenbach unter der Leitung von Katharina Kringe. Zeitweise begleitete Verena Grote den Chor auf dem E-Piano.
Unter dem Motto „Eine Reise durch die Welt“ erklangen populäre Melodien aus vielen Genres. Dabei war zu erkennen, dass die Darbietungen des AOS unter Philippe Mascot, dem 2. Europameister auf dem chromatischen Knopfgriff-Akkordeon, eine ganz andere Klangfarbe hatten. Die Begrüßung erfolgte durch Markus Köppen (AOS) und Martin Roth (Feuerwehr Hilchenbach); durchs Programm führte Antje Klein (AOS).
Schon bei „You’ll Be In My Heart“ aus dem Musical „Tarzan“ zogen die versierten Spieler des kleinen, aber feinen Orchesters alle Register ihres Könnens: Spritzig, turbulent, dann wieder verträumt und gefühlvoll. Locker und gefällig folgte der „Libertango“, und mit „Il Postino“ machte man einen rasanten Abstecher in die Filmmusik (zum gleichnamigen Film). In der Ouvertüre „Leichte Kavallerie“ hörte man regelrecht die Schüsse krachen, wobei Bettina Gerdes schwierige Passagen auf dem Elektronium zu meistern hatte.
Im Anschluss überraschte der Feuerwehrchor Hilchenbach, der viele junge Sänger/innen in seinen Reihen hat, mit dem „Gloria Kanon“, danach „Mach die Augen zu“ und dem sehr bekannten Stück „Im Wagen vor mir“. Unter dem lebendigen und frischen Dirigat von Katharina Kringe wurde dabei das Publikum in ein Meer der Gefühle entrückt.
Es folgte wieder das AOS mit „The Typewriter“ , wobei Max Zeig, jüngster Neuzugang des AOS, die Schreibmaschine klappern ließ. Mit starkem Applaus bedacht wurde später die „New Orleans Suite“, wobei die Fingerfertigkeit der Spieler auf der Diskantseite zum Tragen kam. Zum Abschluss der AOS-Vorträge gab es mit „Oregon“ noch einen Hauch an Westernromantik. – Auch der Feuerwehrchor Hilchenbach präsentierte sehr lebendig „Ich wollte nie erwachsen sein“, „You Raise Me Up“ und endete grandios mit „Ode an die Freude“. Stürmischer Applaus!
Eindrucksvoll dann der gemeinsame Auftritt von AOS und Feuerwehrchor mit „The Lion Sleeps Tonight“ aus dem „König der Löwen“. Der triumphale Abschluss des Konzertes kam dann noch mit dem Satz „Hallelujah“, womit sich das Publikum freilich nicht zufrieden gab. „Gut, dann bringen wir das nochmal“, sagte Philippe Mascot lächelnd, und erst danach verließ die Zuhörerschaft zufrieden die Kirche.
Freuen würde sich das AOS noch über weitere Mitspieler.

Bericht mit freundlicher Genehmigung der Siegener Zeitung
und Hans-Gerhard Maiwald (freier Mitarbeiter)

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